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Entdeckung von Venus La Universal mit René Barbier

Entdeckung von Venus La Universal mit René Barbier

Barbier ist ein Name mit Geschichte, mit Gewicht, mit Erbe. René ist der Sohn von René Barbier, einer Schlüsselfigur der weinbaulichen Revolution im Priorat, und trägt diesen Namen mit Leichtigkeit. Er zieht ihn nicht mit sich, er treibt ihn an. „Ich gehe Schritt für Schritt voran“, sagt er mit der Gelassenheit dessen, der weiß, dass guter Wein —wie gute Wege— ohne Eile entsteht.

Unverblümt, aufregend, ehrlich… Wenn etwas René Barbier auszeichnet, dann ist es seine Offenheit. Er sagt, was er denkt, und das ohne Filter, aber mit fundierter Meinung. Seine unerschöpfliche Neugier macht ihn zu einem ewigen Lernenden, einem unruhigen Geist, der unermüdlich zwischen Ideen, Weinbergen und Gärungen umherwandert. Diese Energie ist in jedem seiner Projekte deutlich spürbar: Es gibt immer etwas, das er infrage stellt, etwas, das er sucht, etwas, das er verändert.

Er wuchs zwischen den Hängen der Licorella auf, umgeben von Gesprächen über Zyklen, Ernten und Absichten. In Clos Mogador, dem Familienweingut, gibt es einen gewissen Druck, die Exzellenz zu bewahren. Doch in Venus La Universal, seinem persönlichsten Projekt zusammen mit seiner Partnerin und Reisegefährtin Sara Pérez, atmet René Freiheit. Dort konkurriert er nicht, er erkundet. „Es geht nicht darum, den besten Wein zu machen“, erklärt er, „sondern darum, etwas anderes zu schaffen“. Sein Ansatz ist klar: ehrliche Weine, mit Seele und ohne Künstlichkeit. Wenig Wein, ja, aber gut durchdacht.

100% kreative Weinbaukunst

René betreibt keinen konventionellen Weinbau. Sein Ansatz ist kreative Weinbaukunst: eine Art, das Land aus der Perspektive von Anpassung, Vielfalt und Nachhaltigkeit zu verstehen. Angesichts eines immer anspruchsvolleren Klimas ist seine Antwort, zu handeln. Er pflanzt weiter nördlich, setzt auf autochthone Sorten mit langem Zyklus und niedrigem Alkoholgehalt —wie Trepat oder Picapoll Tinto— und widmet sich der Wiederbelebung alter Weinberge, nicht nur wegen ihrer Früchte, sondern wegen ihres kulturellen Wertes.


„Mehr als das Ergebnis zählt der Weg“, wiederholt er wie ein Mantra. Und dieser Weg führt über die Pflege des Priorats als das, was es ist: ein universelles Erbe. „20 Jahre lang war es die einzige katalanische DO, die 100 Parker-Punkte erreichte“, erinnert er, nicht aus Eitelkeit, sondern um zu betonen, was es zu schützen gilt. René betont die Notwendigkeit von mehr Unterstützung, mehr Weinkultur, mehr Bildung.


Deshalb hält er die neue Vorschrift, die die Aufnahme eines QR-Codes auf jeder Flasche verlangt, mit klaren Informationen über die Herstellung und die Lebensmittelsicherheit, für sinnvoll. „Je mehr Transparenz, desto besser“, versichert er. Eine Maßnahme, die seiner Meinung nach auch viele Produzenten dazu anregen wird, die Qualität der Rohstoffe zu verbessern.

In der Vielfalt liegt der Reiz

René meidet Routine wie einen schlechten Wein. Für ihn bedeutet Weinherstellung Experimentieren, Inspiration und Verbindung. Er verschließt sich nicht in seiner Welt, sondern nährt sich von der anderer. Er bewundert die ungeschminkte Frische von Cati Ribot und Co. auf Mallorca; die akribische Bodenstudie von Dani und Fernando von Comando G in Gredos; oder die Verwendung des Florhefens durch Willy Pérez und Ramiro Ibáñez von De La Riba in Jerez. „Ich lasse mich immer von anderen inspirieren“, sagt er bescheiden. Und das bereichert immer.


Aus dieser Mischung von Einflüssen entstand auch La Solución Rosa, ein höchst origineller Rosé, der mit derselben Sorgfalt und Ernsthaftigkeit behandelt wird wie jeder große Wein. „Der Rosé war immer der kleine Bruder, aber wir haben auf einen erstklassigen Wein gesetzt“, erzählt er. Das Ergebnis ist ein gastronomischer Wein, komplex, fernab von einfacher Fruchtigkeit. Er hat Reife, Tiefe und Charakter.


So ist seine Philosophie: wenig machen, es gut machen und es mit Emotion machen. „Wir sind keine Künstler“, schließt er, „aber wir wecken Emotionen“. Was kann man mehr verlangen?