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Schaumweine, in der Farbe liegt der Geschmack

Obwohl Schaumweine seit jeher mit Feierlichkeiten in Verbindung gebracht werden, entscheiden sich tatsächlich immer mehr Winelover für diese Art von Wein im Alltag. Frisch, prickelnd und sehr kulinarisch, sind sie die perfekten Begleiter, um gegen die hohen Temperaturen der kommenden Sommersonnenwende anzugehen. Bei der Auswahl eines Schaumweines gibt es jedoch eine eigene Welt zu entdecken.

Die verschiedenen Weinbereitungsmethoden bestimmen tatsächlich die Qualität des Weins, die Menge an Kohlensäure und den Prozentsatz an Restzucker in jeder Flasche. Aber ein weiterer wichtiger Aspekt, der die organoleptischen Eigenschaften eines Schaumweines bestimmt, ist die Wahl der verwendeten Rebsorten. Dabei entscheidet der Winzer, ob er einen weißen oder roséfarbenen Schaumwein herstellen wird. Doch was heute eine Wahl ist, war in den Anfängen, wie in vielen Bereichen des Lebens, in der Tat das Ergebnis des Zufalls.

Der Siegeszug eines Fehlers

Angefangen hat alles in der Wiege des Schaumweins, in der Champagne. Mitte des 19. Jahrhunderts war dieses Getränk bereits in der ganzen Welt bekannt und galt als Symbol für Luxus und Glamour. Ein Schaumwein mit ansprechender, konstanter Perlage und einer höchst verführerischen, gelblich-kristallinen Farbe war das Objekt der Begierde der wohlhabenden Gesellschaftsschichten. Manchmal jedoch, entweder wegen der Trauben selbst oder weil der Most zu lange mit den Schalen in Kontakt war, erhielt der Wein eine übermäßige Färbung. Etwas, das als unverzeihlicher Fehler des Önologen angesehen wurde und deshalb vom Markt genommen wurde. Aber wie in allen Bereichen gibt es immer einen cleveren Menschen, der versucht, ein „betrügerisches Erzeugnis“ zu verkaufen. Und so kam es, dass der eine oder andere gewiefte Winzer klug genug war, den besagten Schaumwein in weniger angesehenen Lokalen auszuschenken, in denen das Licht gedämpft wurde, damit die Kunden die „fehlerhafte“ Farbe nicht wahrnehmen konnten. Eine Falle, in die nach und nach immer mehr Verbraucher tappten. Dies führte dazu, dass der Fehler zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogar geschätzt wurde. Und das nicht nur aufgrund seiner faszinierenden Farbe sonder auch wegen seines Körpers und Geschmacks. Einhundert Jahre später, präsentieren renommierte französische und internationale Häuser ihre Rosé-Schaumweine als großartige Kunstwerke.

Weiße Schaumweine, die Tradition geht weiter

Wie bereits erwähnt, bestimmen die verwendeten Trauben die Art des Schaumweines.  Daraus ergeben sich unzählige Möglichkeiten. Wir können feststellen, dass das hohe Niveau der Önologen und die großartige Vielfalt der klimatischen und bodenkundlichen Eigenschaften der verschiedenen Weinregionen, es uns erlaubt, über eine große Auswahl der Vertreter höchster Qualität zu verfügen.

Wenn man bedenkt, dass bei Weißweinen jedes Anbaugebiet auf eine bestimmte Coupage setzt, ist die Auswahl sehr breit gefächert. Im Allgemeinen gibt es zwei Arten: die Schaumweine „Blanc de Blancs“, also aus weißen Trauben hergestellt und die „Blancs de Noirs“, also Schaumweine, bei denen auch rote Trauben verwendet werden. Ab hier variieren die Ergebnisse je nach Assemblage und dem Charakter, den man dem Wein geben will. Von Altgold bis Grüngold, über intensives Gelb bis hin zu kristallinem Gelb, wobei generell gilt: Je kräftiger der Wein, desto dunkler erscheint er, und je leichter der Wein, desto heller ist er.

Wenn wir auf die Tradition schauen, lassen sich in jeder Region bezeichnende Coupages erkennen. In Frankreich zum Beispiel werden unter der prestigeträchtigen AOC Champagne die klassischen Schaumweine aus den Trauben Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir hergestellt. Die spanische Ursprungsbezeichnung Cava hingegen zeichnet sich durch die Verwendung der Sorten Xarel-lo, Parellada und Macabeo aus. In Italien wiederum heißt die weiße Hauptsorte des Prosecco Glera, und in Deutschland wird Sekt hauptsächlich aus der Rieslingtraube hergestellt. Daraus ergibt sich eine große Vielfalt.

Rosé-Schaumweine, ein Hauch von Innovation

Wenn wir anfangen, über Roséweine zu sprechen, werden wir zwangsläufig über seine Farbe sprechen. Daher auch sein Name: Rosé. Dieser ansprechende rosa Farbton ist keineswegs beliebig. Er hängt vor allem von der Auswahl der weißen und roten Trauben und vor allem von den Stunden der gärenden Mazeration ab, denen der Wein zu seiner Herstellung unterzogen wird. Die Dauer variiert je nach Önologe, der entscheidet, wann er die Mazeration beendet. Dieser Vorgang verleiht dem Schaumwein nicht nur Farbe, sondern auch Körper und Geschmack.

Wenn es darum geht, typische Sorten zu benennen, ist der Rosé einer der vielseitigsten. In der Champagne sind die häufigsten Rebsorten Pinot Noir und Pinot Meunier. In Cava werden die Sorten Trepat, Garnacha Tinta, Monastrell und Pinot Noir gewählt. In Italien wird Lambrusco, der international beliebteste Rosé-Schaumwein, hauptsächlich aus den Sorten Grasparossa, Maestri, Marani, Montericco, Salamino und Sorbara hergestellt. Neben diesen Klassikern finden sich weitere, weniger bekannte Regionen der Schaumweinherstellung, die in den letzten Jahren ein beachtliches Wachstum erfahren haben, wie Neuseeland, Australien, die USA und Südafrika. Regionen der Neuen Welt, die, indem sie nicht an langen Traditionen festhalten, mehr Bewegungsfreiheit haben, um sich an neue Coupages zu wagen.

In Anbetracht dessen, ob es nun weiße Schaumweine oder Rosé-Schaumweine sind, handelt „Jeder nach seiner Fasson“, hat also jeder Önologe seine eigene Arbeitsweise. Was uns glücklicherweise eine ganze Welt von Möglichkeiten eröffnet, um Anzustoßen. Auf was warten Sie noch?

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