Parker-Punkte für Bierzo und Galicien

BIERZO
Für Luis Gutiérrez gehört Bierzo zu den Regionen, die sich in den letzten Jahren am stärksten entwickelt haben. Sie existiert seit 15 Jahren und hat einen bedeutenden qualitativen Sprung vollzogen, der sie zu einer der attraktivsten Denominationen auf nationaler Ebene gemacht hat.

Einer der Faktoren, der zu diesem Fortschritt verholfen hat, ist die kürzlich erfolgte Klassifizierung der Weine. Diese Klassifikation wurde von der D.O. Bierzo auf Grundlage einer Qualitätspyramide ausgearbeitet. Die Basis dieser Pyramide bilden die generischen Weine, die aus Trauben aller Weinberge, die in der D.O. registriert sind, hergestellt werden. Die nächste Stufe besteht aus den „Vinos de Pueblo“, den Dorfweinen, wo alle Trauben aus derselben Gemeinde stammen müssen, nach denen der Wein benannt wird. Eine Stufe darüber finden wir die „Vinos de Paraje“, Lagenweine, aus einem besonders homogenen Gebiet, wo die Trauben aus verschiedenen Weinbergen stammen können. Weine mit der Klassifizierung „Vino de Viña Clasificada“ müssen aus einem einzigen Weinberg stammen und befinden sich auf der Stufe vor der Exzellenz. Der „Gran Vino de Viña Clasificada“ steht an der Spitze der Pyramide. Diese Bezeichnung erhält der Wein, der 10 Jahre in Folge aus den Trauben eines einzigen Weinbergs hergestellt worden ist.

Luis Gutiérrez berichtet uns auch vom Leben 3er Winzer-Generationen aus der Gegend. Viele von ihnen haben bereits diese Dörfer, Landschaften und Weinberge des Bierzos analysiert, charakterisiert und benannt.

Von der zweiten Generation heben sich drei Winzer hervor. Der erste davon ist Gregory Pérez mit seinem Projekt Mengoba. Das Weingut befindet sich in Espanillo, entwickelt sich ständig weiter und erforscht neue Wege zur Weinherstellung. Ihre Basisweine unter dem Markennamen Brezo erzielten hervorragende 91 Punkte. Innerhalb der gleichen Generation befindet sich das Projekt von Mas Asturias und Akilia. Letzteres hat laut dem angesehenen Wein-Guide einen der besten Weine seiner bisherigen Laufbahn produziert: Villarín 2014.
In der dritten Generation befinden sich bereits jene Produzenten, die von der neuen Bierzo-Qualitätseinstufung profitieren können und von denen jetzt viele durch die Hilfe dieser neuen Herkunftsklassifizierung sichtbar werden.

Luis Gutiérrez hebt die enorme Arbeit von Raúl Pérez hervor, der wichtige Persönlichkeiten aus der Welt des Weins mit einbezogen hat, damit diese in seinen Einrichtungen in Valtuille Weine herstellen, wie 1999, in ihren Anfängen, Ricardo Pérez Palacios und sein Onkel Álvaro Palacios. In dieser letzten Generation zeichnet sich Diego Magaña mit seinem Projekt Dominio de Anza aus, mit einer hohen Punktebewertung für seine beiden Weine: Selección de Parcelas mit 93 Punkten und El Rapolao 95 Punkten. Raúl Pérez‘ Neffe, César Márquez Pérez auf der Suche nach neuen Lagen und mit drei sehr gut bewerteten Weinen. Verónica Ortega startete zuerst in Raúls Einrichtungen, gründete nun aber ihr eigenes Weingut. Ihr Grundwein Quite erzielte fantastische 92 Punkte und ihr ROC 2014 ist mit 94 Punkten einer ihrer feinsten Jahrgänge.

Weitere berühmte Namen, bei deren Projekten Raúl mitgewirkt hat, sind Even Sadie aus Südafrika und Niepoort del Douro. Letzterer mit dem Namen Calderera, hergestellt aus den Trauben der Zone Ponferrada. Einige neue Lagen, über die man bei zukünftigen Besuchen noch viel reden wird.

Darüber hinaus erreichten die Weine, die von Raúl Pérez  selbst produziert wurden, Bewertungen astronomischer Höhen. Angefangen von seinem Ultreia Sant Jacques mit 93 Punkten bis hin zu seinem Paluezas mit 97 Punkten – ein neuer Wein, der bald auf den Markt kommen wird.

Zum Schluss hebt er noch im Einzelnen Ricardo Pérez Palacios und sein gemeinsames Projekt mit Álvaro Palacios hervor: Descendientes de J. Palacios. Hierbei handelt es sich um eines der umfangreichsten Projekte der spanischen Weinszene. Das demonstrieren die 100 Punkte für La Faraona 2014, der großartige Weinberg und Wein von Bierzo. Jahrgang für Jahrgang zeigen, dass er seine Lagen immer besser kennt, sie verfeinert und vergrößert. Mit dem festen Ziel vor Augen, die Besonderheiten jedes Weinbergs zu verteidigen und von Anfang an darauf zu setzen.
GALICIEN
Luís Gutiérrez hebt im Allgemeinen das gute Verhältnis von Qualität, Genuss und Preis der galicischen Weine hervor.
Der Nachteil ist, dass viele der Weine in so kleinen Mengen produziert werden, dass sie sehr schwer zu finden sind,

Valdeorras
Luís glaubt, dass Valdeorras eine der Regionen mit nur wenig Bewegung innerhalb Galiciens ist. In seinem Artikel berichtete er bereits von den etablierten Projekten von Rafael Palacios und Telmo Rodríguez. Diese beiden Winzer entwickeln neue Weine, die im Bibei-Tal in Valdeorras ihren Ursprung haben, zum Beispiel der großartige As Caborcas von Telmo Rodríguez mit 95 Punkten. Er berücksichtigt auch die neue Richtung, die von der Weinkellerei Viñedos Somoza eingeschlagen wurde, unter Einbezug von Javier García, einem der Mitglieder von 4 Monos in Madrid. Duas Ladeiras hat 93 Punkte erzielt.

Ribeiro
Laut Luis ist Ribeiro ein Gebiet mit großem Potenzial. Die Genossenschaftsbewegung der Weingüter ist nach wie vor sehr stark, aber es kristallisieren sich bereits gute Winzer heraus, wie Manuel Formigo und sein Wein Formigo mit 90 Punkten oder Bernardo Estévez und sein Issue mit 92 Punkten.

Monterrei
Hier sollte man auch weiterhin den Namen José Luis Mateo und den seiner Kellerei Quinta Muradella im Kopf behalten. Ihre Weine befinden sich stets unter den bestbewerteten von Galicien. Neue Namen tauchen auf, die in nicht allzu ferner Zukunft bekannt sein werden.

Ribeira Sacra
In dieser Region benennt Luis Gutiérrez wieder Raúl Pérez als den maßgebenden Mann, um sich ein aktuelles Bild von dieser Ursprungsbezeichnung zu machen. Als Raúl 1990 in die Gegend kam, gab es keine Weine, die in Fässern gereift waren, weil man glaubte, sie würden stark zur Oxidation neigen. Er machte sich zusammen mit Fernando von Algueira an die Arbeit, um zu herauszufinden, wie man die Weine zähmen und verfeinern könnte. Seinen nächsten Versuch startete er zusammen mit Pedro Guímaro und dieses Mal gelang es ihnen, einen guten Wein mit Reife in Eichenfässern herzustellen. Es war der Wein El Pecado 2002, der im Jahr 2005 einen weltweiten Ruf erlangte und die Ribeira Sacra in die globale Weinszene hineinbrachte.
Auch heute noch ist Algueira eine wichtige Referenz und pflegt auch weiterhin die beeindruckenden Terrassen, die in der Schlucht des Flusses Sil münden. Guímaro und Dominio do Bibei begleiten ihn zusammen mit neuen Winzerbetrieben, wie Fedellos do Couto, Envinate, Daterra und Sílice.
Rías Baixas
Rías Baixas ist eine der größten Regionen in Galicien. Laut Luís existieren in der Region zwischen den industriellen und handwerklichen Weinen zwei völlig unterschiedliche Welten. Zu den neuen Kellereien, die sehr interessante Dinge vollbringen, gehören Manuel Moldes in Salnes und sein Projekt Fulcro mit seinem A Pedreira mit 91 Punkten.
Bei den üblichen Weingütern steht Zárate und ihr beeindruckender Wein Palomar, mit 95 Punkten, nach wie vor an erster Stelle. Nanclares, mit seiner Strenge und seinem Salzgehalt, ist einer der führenden Weinhersteller der Region, dessen Weine sehr gute Bewertungen bekamen.
Schließlich gehören auch Xurxo Alba und ihre Weine Albamar zu den besten Weinen der Herkunftsbezeichnung.

 

Acerca de Nacho Martinez

Sommelier & Wein-Enthusiast bei Decántalo. Er ist unser großer Weinexperte. Er kennt alle spanischen Weine und hat sie probiert. Und wenn er sie noch nicht probiert hat, dann ist er kurz davor.
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