Weinbezeichnungen je nach Reifung: Roble, Crianza, Reserva und Gran Reserva

Heute reden wir über Weinbezeichnungen die auf Reifeprozessen basieren. Ein Thema das, obwohl es ofizielle Regelungen und Gesetze dazu gibt, meist mehr Verwissung als alles andere stiftet, wenn es nicht sogar zu Meinungsverschiedenheiten und Streitereien führt.
Wir haben alle schonmal von Bezeichnungen Crianza, Reserva oder Gran Reserva gehört.
Aber wissen Sie wirklich, was diese Bezeichnungen bedeuten? Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Aufgepasst, wie klären auf.

Barricas Bodega. Foto Miguel Checa (CC BY-NC-ND 2.0)

Fangen wir mit der niedrigsten Weinbezeichnung an, wenn es um Alterung geht: die neuen Weine. Hierbei handet es sich um Weine, die keinen Alterungsprozess durchlaufen. Sobald die Gärung abgeschlossen ist, wird der Wein in abgefüllt und ist direkt fertig zur Konsumierung. Tatsächlich sind es Weine, die innerhalb eines Jahres getrunken werden sollten. Frische und fruchtige Weine mit viel Energie, die jedoch nicht durch einen Reifeprozess verfeinert werden.

Direkt nach den jungen Weinen kommen die Weine Semi-Crianza oder Roble. Dies sind Weine, die unter 6 Monate im Fass reifen. Weine, die noch nicht als Crianza bezeichnet werden können, aber eine längere Reifephase als die jungen Weine durchlaufen.

Die Crianza-Weine sind die, die mindestens 24 Monate lang reifen. Während dieser 24 Monate reift der Wein mindestens 6 Monate lang in Fässern von maximal 330 Litern.
Die Herkunfsbezeichnungen (D.O.) Rioja und Ribera del Duero sind etwas strenger und fordern eine Reifezeit von mindestens 12 Monaten anstatt der gesetzlich vorgegebenen 6 Monate im Fass, damit ein Wein als Crianza bezeichnet werden darf. Außerdem dürfen die Fässer höchstens 225 Liter fassen. Wenn wir von Weiß- oder Roséweinen sprechen, liegt die Mindestzeit für die Reifung bei 18 Monaten.
Die Crianza-Weine sind generell Weine in denen das Holzige und das Fruchtige sehr ausgeglichen ist. Sehr lebendige Weine,  ganz leicht verfeinert durch die Zeit im Fass.

Die Reserva-Weine im Gegensatz sind Weine, mit einer Reifung von mindestens 36 Monaten, davon mindestens 12 in Fässern von höchstens 330 Litern. Anschließend reift der Wein dann in der Flasche, bis die 36 Monate erreicht sind.
Auch hier variiert die Zeit bei den Weiß- und Roséweinen leicht und wird auf 24 Monate reduziert, wovon der Wein nur 6 Monate im Fass reifen muss.
Die Reserva-Weine sind die, bei denen die Zeit im Fass sehr wichtig ist, da sie in sehr sanften, feinen und weichen Weinen resultiert.

Zuletzt kommen die Gran-Reserva-Weine. Diese reifen über 60 Monate hinweg, von denen Sie mindestens 18 Monate in Eichenfässern verbringen, die maximal 330 Liter fassen. Im Anschluss reift der Wein dann in der Flasche, bis die 60 Monate erreicht sind.
In Rioja und Ribera del Duero muss der Wein 48 Monate im Fass reifen und die Fässer dürfen wieder nicht grösser als 225 Liter sein.
Reden wir hier von Weiß- und Roséweinen, verkürzt sich die die Reifezeit auf 48 Monate, wobei nur 6 Monate im Barrique vorgeschrieben sind.
Bei den Gran-Reserva-Weine ist das Holz der Fässer sehr präsent ist. Perfekt verfeinerte Weine, bei denen das Zusammenspiel von Frucht und Holz seinen Höhepunkt erreicht.

Es ist sehr gängig, dass der Weintrinker denkt, dass eine längere Reifezeit automatisch zu einem besseren Wein führt. Aber das muss nicht unbedingt stimmen.

Die längere Zeit im Barrique erzeugt zu eine feineren Wein, mit einer holzigeren Note. Das Holz legt einige Aromen bei, die sich mit den eigenen Aromen des Weins vermischen. Aber zu viel Holz kann auch in einem flachen Wein ohne Charakter  führen, da das Holz die eigentlichen Weinaromen überdeckt.
Der zweite Teil der Reifung, die Reifung in der Flasche, verleiht dem Wein Komplexität und Eleganz, in dem es seine eigenen Aromen in einem sauerstoffarmen Ambiente entfaltet. Aber nicht unbedingt alle Weine verbessern sich während der Zeit in der Flasche. Nur diejenigen, die aus wirklich guten Jahrgängen stammen sind dafür geeignet, lange Reifezeiten in der Flasche zu überstehen.

Auch wenn es für den Konsumenten eine Garantie sein kann, die auf Gesetzen basiert, entscheiden mehr und mehr Bodegas dagegen, diese Bezeichnungen auf Ihren Etiketten zu vermerken. Im Endeffekt ist jeder Jahrgang unterschiedlich und die Bodegas sind der Meinung, dass die Reifezeit vom Wein selbst und nicht von vorgegebenen Gesetzen bestimmt werden sollte. Es ist der Hersteller, der seinen Wein kennt und entscheidet, welche Reifezeit für welche Jahrgänge angemesse n ist. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass das Ziel des Reifens ist, die organoleptischen Eigensc haften des Weins hervorzurufen und nicht,  gewissen Gesetzen zu folgen.

Es gibt Herkuftsbezeichnungen wo die Reifung seit jeher eine große Rolle spielt. Wir alle denken in diesem Fall an die großen Reserva-Weine aus Rioja oder Ribera del Duero. Aber man sollte auch Weine aus anderen D.O.s wie Priorat oder Toro zu schätzen wissen,  in denen der fruchtige Charakter oder der Boden  auf denen die Weinstöcke wachsen, schon immer eine größere Rolle gespielt haben.

Esta entrada fue publicada en Weinherstellung and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Deja un comentario