Klassische vs moderne Weine

Klassisch und modern. Zwei Begriffe, die häufig bei Weinbeschreibungen benutzt werden. Sie beschreiben unterschiedliche Stile von Weinen. Welchen Stil bevorzugen Sie?

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Img Craig Drollett (CC By 2.0)

In Spanien wurden die ersten modernen Weine in den 1990er Jahren von Bodegas wie zum Beispiel Remirez de Ganuza, Contino und Artadí in La Rioja entwickelt. Weine der modernen Art waren sehr ungewöhnlich für der Region. Mit einer höheren Aromadichte, mehr Alkoholvolumen und sanfteren Tanninen, konnten die modernen Weine nicht nur die Kritiker überzeugen. Besonders die angelsächsischen-, die deutschen-, und die nordischen Märkte konnten nicht genug von den neuen Weinen aus La Rioja kriegen. Alle waren von den neuen Keltertechnicken begeistert und so wurden bald die “Autoren”-Weine auch in anderen Gegenden von Spanien produziert. Viele dieser Bodegas kelterten noch mit herkömmlichen Methode, die seit Mitte des 19. Jahrhundert, von Luciano Murrieta, Marqués de Murrieta, eingeführt wurden.

Den Umschwung in der „alten Welt“ gibt es nicht nur in Spanien. In den traditionsreichen Region in Italien und Frankreich (Toskana, Bordeaux, Burgund etc.), in denen bereits die Römer Wein kelterten, werden seit den 70ern auch moderne Weine hergestellt. Dabei wird immer mehr auf theoretische Aspekte geachtet. So sind viele Winzer mittlerweile auch Spezialisten auf dem Gebiet der Biologie und Chemie.

Der „klassische“ Stil der Weinherstellung stammt von den Traditionen, die sich über Jahrhunderte lang weiter entwickelt haben. Jeder Region hat eigene Besonderheiten und autochthone Rebsorten, die sich perfekt der Umgebung anpassen konnten. Es wurden/werden noch unterschiedliche Gefässe (Anphoren, Betontanks, Eichenfässer etc.) benutzt. So hatten die Weine der unterschiedlichen Regionen noch einzigartige Charakterzüge. Es gibt heutzutage noch einige Bodegas, die „klassische „ Weine keltern. Dazu gehören unter anderem Viña Tondonia und Rioja Alta aus La Rioja mit ihren Weinen Viña Tondonia Reserva und Rioja Alta 904 Gran Reserva.

Es gibt mehrere Faktoren, die einen „modernen“ Wein ausmachen. Im Weinberg werden Rebsorten mit einer geringeren Ertragsmenge, dafür aber einer höheren Konzentration an Aromen und Zucker, bevorzugt. Dadurch enthalten die Trauben weniger Säure, wodurch die Reife- und Lagerfähigkeit der Weine abnimmt. In der Produktion sind die größten Änderungen folgende:
– Gärung: Bei der Gärung wird die Temperatur streng kontrolliert, damit der Prozess schnell und sauber durchgeführt werden kann
– Behältnisse bei der Gärung: Es werden hauptsächlich Edelstahltanks benutzt, da man diese hygienischer sind und leichter zu kontrollieren.
– Mazeration: Die Extraktion der Farbe und der Aromen ist zwar kurz aber sehr ergiebig.
– Methoden der Gärung: Es werden überwiegend Eichenfässer, mit einem Fassungsvermögen von 225 Litern, verwendet. Entweder aus amerikanischer oder französischer Eiche. Die malolaktische Gärung findet ebenfalls in Eichenfässern statt.

Remírez de Ganuza Reserva und Torre Muga sind zwei gute Beispiele für moderne Weine aus La Rioja.

Da Geschmäcker unterschiedlich sind, lässt sich darüber streiten, ob klassische oder moderne Weine besser sind. Jedoch muss man sich eingestehen, dass durch die Modernisierung der Weine bestimmte Traditionen verloren gehen. Die Märkte bestimmen die Weine und in den letzten 5 Jahren gab es eine höhere Nachfrage nach leichten Weinen mit einem niedrigeren Alkoholgehalt und weniger Aromenvielfalt. Langsam aber sicher verschwinden einige autochthonen Rebsorten, da die Nachfrage nach Tempranillo-, Syrah-, oder Cabernet Suavignon-Weinen einfach höher ist. Zum Glück gibt es noch einige Winzer, die gegen den Trend arbeiten und sich ihrer Traditionen noch bewusst sind.

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