Zeiten des Wandels in La Rioja

Ende letzten Jahres wurde endlich eine Nachricht, über die schon lange gesprochen wurde, bestätigt: Das Weingut Artadi verlässt die D.O. La Rioja.
Artadi ist eine herausragende Bodega in La Rioja Alavesa, 1985 in Languardia gegründet, und hat sich in kürzester Zeit zu einem Aushängeschild innerhalb des Gebiets entwickelt. Ein Aushängeschild für die Qualität ihrer Weine, die sich einen Namen auf der ganzen Welt gemacht haben.Viñedos Rioja  Weinstöcke in La Rioja. Bild von Antonio España (CC BY-NC-ND 2.0)

Laut einer Erklärung der Bodega hat Artadi die D.O. Rioja nach „ einer langen und durchdachten Entscheidung, basierend darauf, durch unsere Weine, eine klare Botschaft unserer Erde, unserer Weinberge und unserer Landschaften zu hinterlassen“, verlassen. Artadi argumentiert seine Entscheidung mit dem Identitätsverlust, der die Zugehörigkeit in einem so großen Gebiet und eine so hohe Produktion wie in der Rioja voraussetzt. Als Beispiel den in Frankreich verwendeten Begriff „terroir“ verwendend.  „Weinanbaugebiete von so hohem Ansehen wie Burdeos, Borgoña oder Champagne bieten dem Konsumenten Weine, die bestimmte Gebiete wiederspiegeln und wissen wie man diese Unterschiede als etwas Bereicherndes einsetzt, voll von Botschaft und Inhalt.“

Die D.O. La Rioja hat mehr als 600 Bodegas, die fast 65.000 ha von Weinbergen umfassen. Ein Gebiet, das es geschafft hat die Produktion von bis zu 90 Millionen Flaschen in den späten 80er Jahren auf ca. 400 Millionen im Jahr 2014 zu erhöhen.
Juan Carlos López de Lacalle, Besitzer der Bodega Artadi, sagt über die Produktionssteigerung: „Es ist ein Erfolg, aber mein Modell ist einzigartige Weine herzustellen, von meinen Weinbergen, von meiner Gegend, von meinem Ort. Die Globalisierung nützt mir nichts“.

Mit einem solchen Ausmaß an Herstellung ist es schwierig ein gemeinsames Ziel zu behalten. Wir können Weine in dieser D.O. treffen, die zwischen 2 und 500€ kosten. Die einen setzen auf Qualität, die anderen auf Quantität. Zwei absolut gerechte Geschäftsmodelle, aber schwierig in einem gemeinsamen Projekt zu verbinden.

Den letzten Stoß, um diese Entscheidung auf Seiten der Bodega zu treffen, hat mir das Verbot der D.O. gegeben, den Ursprungsort des Weinbergs zu erwähnen. Für die D.O. darf der Ursprungsort des Weinbergs nur genannt werden, wenn sich die Bodega im selben Ort befindet. Für die Bodega ist der Ort des Weinbergs ein Symbol der Identität, das dem Wein seinen konkreten Charakter gibt.

Die Regulierungsbehörde der DOC Rioja beklagt Artadis Entscheidung auf folgende Weise: „(…) ein einseitiger Verzicht, betreffend die Wertschöpfung und Geschäftswerte, welche die DOC Rioja bedeuten; Ein unbestreitbarer Wert, den sich die Bodega im Laufe ihrer Karriere zu nutzen gemacht hat“.

Die D.O. erinnert sich an Artadi, als eine Bodega, die unter den Fittichen der der D.O.  an Berühmtheit gelangt ist, aber die es jetzt für nötig befunden hat, was überraschend ist, die D.O. auf einseitige Weise zu verlassen. Einseitig.

Außerdem erinnern sie sich bei der Bodega an ihren Willen Interessen zu wecken, denn die Weine von Artadi waren die ersten, die die Subzonen in der Herkunftsbezeichnung der Weine erwähnt haben.

Die D.O. verbleibt dabei nicht und beschuldigt Artadi verurteilend „ein überraschendes Ergebnis, da gerade innerhalb des Rats Vorschläge überdacht werden, die eine unterschiedliche Anerkennung für die einzelnen Weine bezüglich ihrer Herkunft fordern, mit spezieller Aufmerksamkeit auf den Weinberg. Die Entscheidungsträger von Artadi haben sich geweigert sich an den Debatte zu beteiligen oder zumindest das Ergebnis abzuwarten; außer Ihre Interessen verfolgen andere Ziele.“

Wir wissen nicht welche Folgen diese Trennung haben wird, allem voran das Fehlen des Siegels der D.O. auf den Etiketten von Artadi.

Wird Artadi sein internationales Ansehen außerhalb der D.O. La Rioja behalten können? Werden andere Bodegas dem von Artadi geöffneten Weg folgen? Wird dies innerhalb des Rats zu Überlegungen im Bezug auf die Identität der Weine führen?

Wir können diese Fragen nicht beantworten, aber wir sind uns sicher, dass wir auch weiterhin wundervolle Weine genießen werden, hergestellt in einer Erde mit enormen Potential für die Produktion von Weinen von Qualität und hohem Ansehen in der ganzen Welt.

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