Woran erkennt man ob ein Wein Lagerpotenzial hat?

Einige der Bedenken die uns unsere Kunden immer häufiger mitteilen, handeln von der empfohlenen Zeit um einen Wein reifen zu lassen.

Ist dies ein Wein mit Reifepotenzial? Entwickelt sich dieser Wein mit der Zeit noch weiter? oder Ist dieser Wein im optimalen Stadium um getrunken zu werden? sind häufige Fragen, deren Antworten von vielen Faktoren abhängen. In diesem Post wollen wir ein bisschen Licht in diese Sache bringen.

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© El Sibarita Urbano

Zuerst ist es wichtig das Ziel der Lagerung eines Weines zu erklären: Dieser Prozess erlaubt es den Wein über die Zeit zu mildern, zu verfeinern und einen “schweren” Wein zu harmonisieren. Dieser Vorgang ermöglicht es auch tertiäre Aromen hervorzubringen die die Qualität signifikant erhöhen.

Darüber möchten wir nun grundsätzliche Ratschläge geben, um feststellen zu können ob man einen Wein mit Lagerpotenzial in den Händen hält.

1- Wir sprechen immer über Weine von höchster Qualität (und leider meistens auch mit gehobenem Preis). Einige der meist gefeiertsten Weine mit Lagerpotenzial unseres Landes kosten einige hundert Euro, wie zum Beispiel L’Ermita 2010, das bekannteste Schmuckstück des Priorats.

2- Wir sprechen immer von “schweren” Weinen, mit viel Struktur. Als Struktur verstehen wir das “Skelett” des Weines, also die Säure, die Tannine und den Alkohol.

3- Man kann Weine nur lagern, wenn eine weitere Entwicklung auch gewünscht ist. Nicht alle Weine, noch alle Rebsorten entwickeln sich, wenn sie das Weingut einmal verlassen haben, noch weiter. In manchen Fällen sprechen wir von Reifezeiten von bis zu 6-8 Jahren bei Vinos con Crianza, 10-15 Jahren bei Vinos Reserva, und bis zu 20-25 Jahren bei Vinos Gran Reserva. Ab diesem Moment stagniert die Entwicklung des Weines und er beginnt danach abzubauen.

Aber, wie weiss man ob ein Wein die Eigenschaften besitzt um ihn lagern zu können?

Um auf diese Frage zu antworten, müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die zwei Grundpfeiler der Weinherstellung lenken: Die Qualität der Traube und die Technik der Vinifikation.

Mit viel Respekt vor der Frucht kann gesagt werden, dass Rebsorten existieren die mehr geeignet dafür sind Weine mit Lagerpotenzial herzustellen als andere. Eine Rebsorte die traditionell für die Reifung von Weinen verwendet wird ist Cabernet Sauvignon oder Merlot.

In Spanien pflegt man Weine mit Lagerpotenzial mit der Tempranillo Traube herzustellen, die ein schönes Verhältnis zwischen Säure, Tannin und Alkohol präsentiert. Trotzdem werden viele der grossen Reservas der Rioja von Anteilen an Graciano (der noch extra Säure mit sich bringt) und Mazuela (mit einem extra Auszug an Farbe) begleitet. Andere, wie zum Beispiel der exzellente Muga Prado Enea 2005, präsentieren sich mit einem kleinen Garnacha Anteil, der dabei hilft den Zucker und die fruchtigen Aromen hervorzuheben.

Ausserdem können die Eigenschaften eines Jahrgangs dazu beitragen um festzustellen ob ein Wein für die Lagerung geeignet ist. Die trockenen Jahrgänge, geprägt durch einen niedrigen Ertrag an Trauben und vor allem, mit einer hohen Konzentration an Zucke und Aromen, sind besonders gut dafür geeignet gute Weine mit Lagerpotenzial zu ermöglichen.

Desweiteren kann das geografische Gebiet der Herkunft des Weines auch darauf hinweisen ob der Wein lagerfähig ist. In Spanien trifft man im Norden des Landes auf Gebiete die am optimalste für die Herstellung von Weinen mit Lagerpotenzial sind. Dies liegt daran, dass die niedrigen Temperaturen für ein höheres Säure Niveau in der Traube sorgen.

Und schlussendlich besteht ein umungänglicher Teil der Erlangung von grossartigen Weinen mit Lagerpotenzial aus der optimalen Vinifikation der Traube.

Manche perfekte Tempranillo Trauben werden nie gute Weine mit Reifepotenzial werden, wenn der Winzer nicht die nötigen Schritte durchführt um diese Art von Wein herzustellen. Gleichzeitig kann genau dieser Winzer die Möglichkeit einer Traube zu reifen schon im Weinberg beeinflussen, indem er zum Beispiel die Produktion reduziert (grüne Trauben abschneiden), mit dem Ziel die Elemente in der Traube zu konzentrieren.

Wenn man diese Weine mit Lagerpotenzial während Ihrer Herstellung am Weingut schon länger in Kontakt mit ihren Schalen lässt, um eine höhere Extraktion an Farbe, Aroma und Tanninen zu bewirken, provoziert man bereits diese “Schwere” in jungen Weinen.

Durch die selbe Form gewinnen auch Weine mit langer Reife in Eichenholz-Fässern an Komplexität und der Möglichkeit mit der Zeit zu weiter zu reifen.

Denken Sie auch daran, dass der Erfolg einer guten Weinlagerung auch von den Eigenschaften einer konstanten Temperatur und Feuchtigkeit bei der Lagerung abhängt.

Nun, da all dies gesagt ist, bleibt uns nur noch Ihnen drei unserer liebsten Weine mit Lagerpotenzial zu empfehlen. Machen Sie Platz für diese drei Kolosse in Ihrem Weinkeller:

Viña Tondonia Gran Reserva 1994. Erschrecken Sie sich nicht, denn dieser Tondoniaa ist noch immer ein Baby, geboren um sich in einen historischen Wein zu entwickeln. Dieser Jahrgang 1994 wurde vom Consejo Regulador de la Rioja als exzellent befunden. Er hat alles. Er braucht nur Zeit.

Jean Leon Cabernet Sauvignon Gran Reserva 2003. Es war im Jahre 1969 als der in Hollywood ansässige, aus Santander stammende Jean Leon (oder Ángel Ceferino, wie sie es bevorzugen), nicht mit dem Niveau der Weine die in seinem Restaurant in Hollywood serviert wurden zufrieden war und somit sein eigenes Weingut in Penedés (Barcelone) gründete. Seit damals hat sich der Gran Reserva de Jean Leon in ein Synonym für Langlebigkeit entwickelt. Der erste reinsortige Cabernet in der Geschichte unseres Landes. Er lohnt sich.

Viña Sastre Pesus 2003. Ein unglaublicher Verschnitt aus Tempranillo (Tinto Fino), Merlot und Cabernet Sauvignon. Kräftig und komplex. Elegant und fruchtig. Ein Juwel aus der Ribera del Duero von dem nur in besonders guten Jahrgängen nur 1.500 Flaschen hergestellt werden.

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