Weinberge aus Jerez

Wenn man von Weinen aus Jerez redet, fallen einem direkt einige Begriffe ein: Criaderas y Soleras, Fino, Manzanilla, Oloroso, Amontillado, Pedro Ximenez etc. Es gibt aber auch Begriffe, die der Mehrheit nicht geläufig sind, wie: Mahina, Carrascal oder Balbaina. Bei diesen Begriffen handelt es sich um besondere Weinberge („pagos“) aus Marco de Jerez. Weinberge, die sich von dem Rest der Region stark unterscheiden, und von denen Weine mit einem speziellen Charakter entstehen.

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Bevor wir aber über die Besonderheiten der einzelnen „Pagos“ reden, wollen wir erst einmal generell über die Region Jerez schreiben. In unseren Augen spielt Jerez eine sehr wichtige Rolle in der spanischen Weinkultur.

Klima:
Das Klima ist sehr warm, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 22°C, wobei es im Sommer bis zu 40°C heiß werden kann. Die starken Winde von der Küste haben eine hohe Luftfeuchtigkeit, verlieren aber schnell an Wasser, sobald sie auf das Festland treffen. Die Nähe zum Meer und die Ozeanwinde erzeugen die charakteristische Feuchtigkeit der Region, die sich in dem sogenannten „blandura“ (Tau) zeigt, der selbst entfernte Region im Inland, wie z.B. Macharnudo en Jerez, erreicht. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 600 ml. Es regnet überwiegend im Herbst und Winter. Das Jahr 2016 war jedoch atypisch, da es starke Regenfälle im April gab, bei denen einige Weinberge stark beschädigt wurden.

Boden:
Der „Albariza“ („weiße Boden“) ist der am meist verbreitetste Boden in Jerez. Die „Pagos“, welche diesen besonderen Boden besitzen, dürfen sich „Jerez Superior“ nennen. Es gibt jedoch auch andere Böden, die typisch für Jerez sind. Dazu gehören die Schlammböden aus den unteren, hügeligen Zonen und die sandigen Böden an der Küste, auf denen sich die Rebsorten Moscatel und Pedro Ximenez besonders wohl fühlen.
Der „Albariza“-Boden ist in dem oligozänen Zeitalter entstanden. Durch Ablagerungen von Kieselalgen und Strahlentierchen ist der Boden reich an Kalziumkarbonat, Ton und Siliciumdioxid.
Bodenanalysen haben ergeben, dass der Boden aus Ton (50%-60%), Schlamm (30%-40%) und Sand (15%-20%) besteht. Der Boden hat eine sehr gute Wasserspeicherfähigkeit, sobald es regnet saugt sich der Boden wie ein Schwamm voll und gibt bei Hitze und Trockenheit das Wasser nicht mehr ab.

Die beiden Faktoren, Klima und Boden, sind sehr wichtig um verschiedene „Pagos“ zu differenzieren. Dazu kommen noch die geographische Lage, die Entfernung zur Küste, die Ausrichtung des Weinberges, sowie die Höhe. Mit folgenden Faktoren lassen sich die Weinberge klassifizieren:
–Der Gehalt des Albariza-Boden. Zum Beispiel der La Tosca de Barajuela, welcher eine Art des Albariza-Boden ist, der in großen Pagos wie Mahína in Sanlúcar und Macharnudo in Jerez existiert. Das Hauptmerkmal ist die Fähigkeit Wasser zu speichern, enbenso wie der hohe Kalkanteil, der häufig in den Pagos von Sanlúcar vorkommt. Der Pago Lustrillo ist reich an Kreide und Pelirones sehr steinig.. Hier kann die Rebsorte Palomino ihr volles Potenzial entwickeln.
–Der unterschiedlichen Zonen innerhalb eines Weinberges unterscheiden sich nicht nur in der Temperatur und den verschiedenen Winden, sondern auf in dem Gehalt des Albariza. Man sagt allgemein, dass in höheren Lagen eine größere Konzentration von Albariza-Böden vorkommt. Deswegen werden einige Pagos auch noch in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt, z.B. Macharnudo und Macharnudo Alto.
–Sonneneinstrahlung und Winde. Eine höhere Sonneneinstrahlung hat einen direkten Einfluss auf den Reifeprozess der Trauben. So reifen Trauben bei weniger Sonne langsamer. Aus diesen Trauben entstehen feinere Weine, als aus schnellreifenden Trauben.
–Die Nähe zum Meer ist ein ein wichtiger Faktor, der die Feinheit des Weines direkt beeinflusst. Die Pagos, die direkt am Meer liegen, haben einen größeren atlantischen Einfluss.

Nachdem wir die verschiedenen Faktoren aufgezeigt haben, welche die Pagos direkt beeinflussen, wollen wir Ihnen einige berühmten Pagos vorstellen.

Jerez:
–Macharnudo ist einer der am höchst gelegenen Pagos der Region. Die gute Qualität des Albariza-Boden und die Höhe machen aus dem Pago ein perfektes Terrior für den Weinanbau. Wegen der Größe von 56 Hektar wird das Pago in verschiedene Subzonen unterteilt: Machanudo Alto, Majuelo, Blanquez…
–Aniña und Balbaina liegen in der Nähe von Puerto de Santa Maria. Durch den atltanischen Einfluss sind die Weine der Region besonders fein.
–Carrascal ist eine der altesten Pagos aus Marco de Jerez.
–Los Tercios liegt am direkt an der atlantischen Küste.

Sanlúcar:
–Mahina ist für die Menschen aus Sanlúcar ein direkter Rivale von Macharudo aus Jerez. Es handelt sich um den bekanntesten Pago der Region. Mit einem guten Albariza-Boden, einer komplexen Struktur und einem trockenem Wind.
–Callejuela, Pastrana, Hornillo und Miraflores sind weitere bekannte Pagos aus Sanlúcar.

Wir haben ein wenig die theoritischen Klassifikation der Pagos analysiert. Jedoch verlieren die Weinberge durch die Industrialisierung und durch die niedrigen Preise der Trauben langsam ihren Charakter. Einige Winzer der Region haben sich zum Ziel gesetzt diesen Wandel zu stoppen um wieder authentische und ausdrucksstarke Weine zu keltern: Ramiro Ibañez, Fernando Angulo, Paola Medina, Armando Guerra, Willy Peréz, El Bolli, Jesús Barquín, Eduardo Ojeda, Álvaro Girón… Dank der Leidenschaft dieser Winzer werden wir auch noch in der Zukunft das große Potenzial der Weine aus Jerez entdecken und genießen können.

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